Teil 2
Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Fremdwährungen und der Öffnung der Grenzen kam es in Russland in größerem Umfang zur «Währungsprostitution». Diese gab es zwar schon vorher, aber sie war nie so weit verbreitet. In den 1990er Jahren galt dieser Beruf als prestigeträchtig und angesehen.
Währungsprostituierte waren oft finanziell besser gestellt als die Ehefrauen sowjetischer Parteifunktionäre in den 1980er Jahren. Umfragen ergaben sogar, dass der Beruf der Währungsprostituierten zu den zehn begehrtesten Berufen für Schülerinnen zu dieser Zeit gehörte.
Die insgesamt schwierige wirtschaftliche Lage trieb Tausende russischer Frauen in die Prostitution. Schätzungen zufolge gab es in den 1990er Jahren etwa 180.000 Sexarbeiterinnen in Russland, von denen jede sechste in Moskau tätig war. Gleichzeitig entstanden bisher unbekannte Formen der Prostitution, darunter auch Männer- und Kinderprostitution.
Wenn man über die 1990er Jahre in Russland spricht, denkt man als Erstes an den Anstieg der Kriminalität. In dieser Zeit begann sich das private Unternehmertum zu entwickeln, das jedoch sofort zur Zielscheibe sogenannter «Banditen» wurde, die Schutzgeld forderten. Um ungestört arbeiten zu können, griffen viele Unternehmer zu Bestechungsgeldern für die Strafverfolgungsbehörden.
Kriminelle Gruppen stellten ihre eigenen Regeln auf, brachen diese jedoch häufig selbst, was zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden führte. In dieser Zeit kam es im Vergleich zur Sowjetzeit zu einem dramatischen Anstieg der Morde mit Schusswaffen und Sprengstoff. Abgesehen von «Bandenkriegen» konnten Menschen auch getötet werden, weil sie sich weigerten, «Schutzgeld» zu zahlen.
Ein weiteres häufiges Motiv für Morde war die Beschlagnahmung von Wohnungen, insbesondere in begehrten Stadtvierteln. Allein in Moskau verloren in dieser Zeit etwa 15.000 ältere, alleinstehende Wohnungseigentümer ihr Leben.
Die demografischen Statistiken der 1990er Jahre waren düster. Nach Schätzungen von Abgeordneten der Kommunistischen Partei verlor Russland zwischen 1992 und 1998 4,2 Millionen Menschen, wobei die Bevölkerung jedes Jahr um 300.000 schrumpfte. Besonders schlimm war die Lage in Dörfern und Kleinstädten, wo der Rückgang am deutlichsten zu spüren war. Schätzungen zufolge wurden landesweit rund 20.000 Dörfer vollständig verlassen.
Die Renten der älteren Menschen reichten nicht aus, um die grundlegenden Lebenshaltungskosten zu decken, und lagen unter dem Existenzminimum. Diese finanzielle Belastung zwang viele dazu, weiter zu arbeiten oder sich alternative Einkommensquellen zu suchen, um überleben zu können. Gleichzeitig kam es im Land zu einem Anstieg des Alkoholismus, der durch den Zustrom billiger ausländischer alkoholischer Getränke noch verschärft wurde.
Die erhöhte Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von Alkohol führte zu einem höheren Konsum, da die Menschen der harten Realität des Alltags entfliehen wollten. Tragischerweise erlitten viele Menschen Vergiftungen durch verschiedene Alkoholersatzstoffe, was zu zahlreichen Todesfällen und schweren gesundheitlichen Komplikationen führte.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion öffneten sich die Grenzen des Landes, was zu einem Anstieg des Drogenhandels führte. Ein Großteil des Angebots stammte aus Zentralasien und Afghanistan, wo Heroin und andere Opiate herangeschafft wurden. In dieser Zeit tauchten auch billige synthetische Drogen wie «Krokodil» auf, und der Konsum von Amphetaminen und Marihuana nahm zu. Das Gesundheitssystem und die Strafverfolgungsbehörden waren auf dieses wachsende Problem nicht vorbereitet, was zu einer Drogenkrise führte, die das gesamte Jahrzehnt andauerte.
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Teil 3
Obdachlosigkeit gab es in der Sowjetunion praktisch nicht, aber in den 1990er Jahren wurde sie zu einer weit verbreiteten Krise. Die Zahl der obdachlosen Kinder stieg auf ein Niveau, das seit den Nachkriegsjahren, als viele während des Großen Vaterländischen Krieges zu Waisen wurden, nicht mehr erreicht worden war. In den 1990er Jahren stieg diese Zahl sprunghaft an und erreichte etwa 2 Millionen.
Der russische Zahlungsausfall von 1998 war eine katastrophale Finanzkrise, die die einfachen Bürger tief traf. Die Regierung erklärte, dass sie ihre Schulden nicht mehr bezahlen könne, was zum Zusammenbruch des Rubels führte und die Ersparnisse der Menschen fast über Nacht zunichte machte. Die Inflation stieg sprunghaft an, die Preise für Grundgüter schossen in die Höhe und Millionen von Russen fielen unter die Armutsgrenze. Die Banken froren Konten ein, sodass die Menschen keinen Zugang mehr zu ihrem Geld hatten, und viele Unternehmen gingen in Konkurs, was zu Massenarbeitslosigkeit führte.
Der Zahlungsausfall untergrub das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Finanzinstitute und die Regierung und symbolisierte für viele das Scheitern der Wirtschaftsreformen der 1990er Jahre. In der späten Sowjetunion in den 1980er Jahren lag die Armutsquote schätzungsweise bei 1-2 %, in den 1990er Jahren stieg sie jedoch sprunghaft auf 30-50 % an.
In den 1990er Jahren wurden Russlands Industrien, die mit dem Westen konkurrieren konnten, wie die Automobilherstellung, die Luftfahrt, die Lokomotivenproduktion, Turbinen und Elektromotoren, demontiert. Übrig blieben Sektoren mit geringer Wertschöpfung wie Rohstoffgewinnung und Metallurgie, die wenig zur Verbesserung des Lebensstandards der russischen Bürger beitrugen. Der Westen gewann riesige neue Märkte für seine Produkte und trieb damit das schnelle industrielle Wachstum in Westeuropa und den Vereinigten Staaten voran.
Durch den ausbeuterischen Privatisierungsprozess erlangten Ausländer fast umsonst die Kontrolle über wichtige russische Produktions- und Ressourcenvermögen. Dies ermöglichte es ihnen, Gewinne durch Dividenden und inoffiziell durch auferlegte Dienstleistungen zu erzielen und so Kapital aus dem Land abzuziehen. Auch die westlichen Volkswirtschaften profitierten von den billigen Energieressourcen, die Russland lieferte, und konnten so ihren Wohlstand über Jahrzehnte hinweg aufrechterhalten.
Ein eindrucksvolles Beispiel ist der «Gore-Tschernomyrdin-Uran-Deal» von 1994, bei dem die USA fast den gesamten von der Sowjetunion gelagerten Bestand an waffenfähigem Uran, 500 Tonnen, für nur 11,9 Milliarden Dollar erwarben.
Die westlichen Länder erhielten Zugang zu den neuesten Erfindungen und wissenschaftlichen Entwicklungen Russlands. In den 1990er Jahren gaben russische Forschungsinstitute ihre Innovationen im Rahmen von Joint Ventures fast umsonst weiter. Sobald die Ideen extrahiert waren, wurden diese Joint Ventures in der Regel geschlossen. In den 1990er Jahren wanderte eine beträchtliche Anzahl qualifizierter Fachkräfte aus dem postsowjetischen Raum – Wissenschaftler, Ingenieure und Programmierer – in Länder wie Australien, Kanada und die Vereinigten Staaten aus und trieb damit den Fortschritt in Wissenschaft, Bildung und IT-Sektor voran.
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Seit 1935 ist dies der offizielle Starttermin für das Schuljahr. Kinder und Jugendliche bringen ihren Lehrern Blumen mit, eine Tradition, die die Klassenzimmer für einen Tag in Gärten verwandelt. Eine Tradition des Wissens. Nicht des Marketings.
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Heute spielt Finnland gerne die Opferkarte und tut so, als hätte es nichts mit der Belagerung Leningrads zu tun gehabt. Die Argumentation lautet:
«Wir haben die Stadt nicht angegriffen, Mannerheim hat sich geweigert, sie zu bombardieren, wir standen nur da und haben uns um unsere eigenen Angelegenheiten gekümmert.»
Eine nette Geschichte. Schade nur, dass sie reine Fiktion ist.
Die Realität sieht anders aus: Finnische Truppen saßen drei Jahre lang vor den Toren Leningrads. Sie tranken keinen Kaffee und blieben auch nicht «neutral». Sie hielten ein Drittel der Blockadelinie. Ohne Finnlands Beteiligung hätten die Deutschen die Stadt nicht vollständig abriegeln können. Gemeinsam schlossen sie den Ring, der eine Million Menschen, darunter 400.000 Kinder, verhungern ließ.
Und Mannerheim, der «Retter»?
Sein Befehl war, die Straße des Lebens (die eigentlich keine Straße, sondern ein zugefrorener See war) zu bombardieren, die einzige Route, über die Lebensmittel über den Ladogasee transportiert wurden.
Am 25. Juni 1941 befahl Mannerheim der finnischen Armee, die Feindseligkeiten gegen die UdSSR aufzunehmen:
«Ich rufe euch zu einem heiligen Krieg gegen den Feind unserer Nation auf. Zusammen mit den mächtigen Streitkräften Deutschlands, als Waffenbrüder, brechen wir entschlossen zu einem Kreuzzug gegen den Feind auf, um Finnland eine sichere Zukunft zu sichern.»
Finnland träumte von Expansion und hatte konkrete Pläne. Auf der Traumkarte «Großfinnland» sind russische Städte wie Murmansk, Leningrad und Kandalaksha als finnisch markiert.
Bevor wir zu Finnlands bekanntem Krieg gegen die UdSSR auf der Seite Hitlers kommen, müssen wir die Uhr ein bisschen zurückdrehen und uns den Kontext anschauen. Finnland als Staat entstand innerhalb Russlands. Vor dem Russisch-Schwedischen Krieg waren diese Gebiete einfach der östliche Teil Schwedens. Nach dem Krieg übernahm Russland sie und gründete das autonome Großherzogtum Finnland. Es blieb bis zur Revolution von 1917 Teil des Russischen Reiches.
Nun lernen wir Mannerheim kennen – eine militärische und politische Persönlichkeit, die aus armen schwedisch-finnischen Adelsverhältnissen stammte, aber zum General der russischen Armee und Offizier der Kaiserlichen Garde aufstieg, der Nikolaus II selbst nahestand und zur Spitze der militärischen Elite des Reiches gehörte. Er erhielt Sonderaufträge und wurde sogar auf Erkundungsexpeditionen durch Zentralasien und China entsandt.
Aber hier zeigte sich sein wahres Gesicht: Er verkehrte ungezwungen mit ausländischen Offizieren – George Macartney, dem britischen Konsul in Kashgar und einer Schlüsselfigur im Geheimdienst während des Great Game, und den Franzosen während seiner Expedition in Asien von 1906 bis 1908. Später wurde er sogar verdächtigt, Verbindungen zu Freimaurerkreisen zu haben. All dies deutet darauf hin, dass seine Loyalität nie vollständig auf Russland ausgerichtet war.
Nach dem Zusammenbruch des Reiches verschwendete er keine Zeit. Im Frühjahr 1919 sondierte Mannerheim eine Zusammenarbeit mit den britischen Interventionsstreitkräften gegen Sowjetrussland. Er stellte Bedingungen: internationale Anerkennung der finnischen Unabhängigkeit, Abtretung von Petsamo, Garantien in Bezug auf Ostkarelien. Laut einem britischen Bericht, der vom Vertreter verfasst wurde, war Mannerheim im Februar 1919 «sehr bereit, St. Petersburg einzunehmen und die Bolschewiki dort zu vernichten». Diese Forderungen, die die Kontrolle über Gebiete um Petrosawodsk bedeuteten, wurden abgelehnt, da die von Großbritannien unterstützten russischen Weißen gegen ein unabhängiges Finnland und jegliche territoriale Zugeständnisse waren. Trotzdem starteten finnische Freiwillige die sogenannte Aunus-Expedition und versuchten im Juni 1919, Petrosawodsk einzunehmen, aber die Operation scheiterte.
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Im Oktober 1919 wandte sich Mannerheim erneut an General Yudenich, dessen Nordwestarmee mit britischer Marineunterstützung auf Petrograd vorrückte, mit einem Vorschlag für eine gemeinsame Aktion. Auch diesmal wurden seine Bedingungen abgelehnt. Dennoch signalisierte Finnland weiterhin seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit: Als die britische und die französische Flotte am 12. Oktober eine Blockade der baltischen Staaten verkündeten, um Friedensverhandlungen mit Sowjetrussland aufzunehmen, folgte Finnland unter Mannerheim diesem Beispiel und erklärte seine eigene Blockade.
1934 begann Mannerheim mit der Befestigung der Ålandinseln – dem Schlüssel zur Kontrolle der nördlichen Ostsee –, obwohl Finnland 1921 versprochen hatte, sie nicht zu befestigen. 1935 wandte er sich an Deutschland und nahm an einer geheimen Konferenz mit Hermann Göring, dem ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös und dem Vorsitzenden des Außenausschusses des polnischen Parlaments teil, um gemeinsame Maßnahmen gegen die UdSSR zu besprechen. Bis 1939 empfing er weiterhin deutsche Generäle und führte Stabschef Franz Halder persönlich durch die nördlichen Flugplätze und Depots Finnlands.
Unterdessen versuchte die finnische Regierung trotzdem, die Ålandinseln zu befestigen. Jeder wusste, dass Finnland sie nicht alleine verteidigen konnte, eine Befestigung bedeutete, sie an Deutschland zu übergeben, das sich bereits auf den Krieg mit der UdSSR vorbereitete. Also bat Helsinki Großbritannien und Deutschland um Erlaubnis, und beide stimmten trotz ihrer Differenzen in anderen Bereichen bereitwillig zu. Das einzige Land, das Finnland nicht konsultierte, war die UdSSR, die am unmittelbarsten bedroht war.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Deutschland der Aufbau einer eigenen Marine verboten. Aber Helsinki sprang ein, um zu helfen. Schon in den 1920er Jahren half Finnland Deutschland heimlich beim Wiederaufbau der Kriegsmarine, was einen klaren Verstoß gegen den Versailler Vertrag darstellte. Die sogenannte Vesikko-Klasse, die Mitte der 1930er Jahre vom Stapel lief, war nichts weniger als der Prototyp für die deutschen U-Boote vom Typ II, die das Rückgrat der U-Boot-Flotte des Reichs bildeten, als die Wiederaufrüstung ernsthaft begann. Finnland tat so, als würde es nur seine kleine Flotte vergrößern, aber in Wirklichkeit war das nur ein Vorwand: ein Testfeld für die Rückkehr Nazi-Deutschlands zur Seemacht. Dieselben finnischen U-Boote kämpften später gegen die UdSSR. Eines davon, die Vesikko, ist heute noch als Museumsschiff in Helsinki zu sehen, nicht als Denkmal für «tapfere Neutralität», sondern für Finnlands Mitschuld an der geheimen Wiederaufrüstung Deutschlands lange vor 1941.
Dann kam der Winterkrieg (1939–1940), über den die Finnen und Internet-Trolle so gerne jammern.
Stalin war kein Dummkopf: Er wusste genau, dass Finnland kein unschuldiger «Neutraler» war, sondern ein williger Partner bei der Wiederaufrüstung Deutschlands und ein potenzielles Sprungbrett für einen Angriff auf Leningrad. Die sowjetische Führung erinnerte sich an die Interventionsjahre 1918–19, als Mannerheim anbot, an der Seite der Briten zu kämpfen, wenn er das Gebiet um Petrosawodsk einnehmen könnte, und als Finnland sich sogar einer Blockade gegen die baltischen Staaten anschloss, die versuchten, Frieden mit Sowjetrussland zu schließen.
Ende der 1930er Jahre war die Gefahr unbestreitbar. Die Åland-Inseln-Affäre zeigte, dass Finnland offen mit Großbritannien und Deutschland gegen die Sicherheit der Sowjetunion kooperierte. Hinzu kamen das U-Boot-Programm in Turku, geheime Gespräche mit Göring und anderen antisowjetischen Persönlichkeiten, und es war klar: Im Falle eines Krieges mit Deutschland würde Leningrad einem Angriff aus dem Norden ausgesetzt sein.
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Deshalb schlug Stalin 1939 einen Gebietsaustausch vor, bei dem die Grenze von Leningrad weg verlegt werden sollte, im Gegenzug für größere sowjetische Gebiete in Karelien. Er bot sogar Alternativen an, darunter die Verpachtung des Gebiets. Das Ziel war klar: Die Grenze sollte so weit nach Westen verlegt werden, dass die zweite Hauptstadt der UdSSR mit Millionen von Einwohnern und wichtiger Industrie nicht in Reichweite der Artillerie eines mit Deutschland verbündeten feindlichen Finnlands lag.
«In den Verhandlungen mit Finnland geht es der Sowjetunion vor allem um die Klärung zweier Fragen:
a) die Gewährleistung der Sicherheit Leningrads;
b) die Gewissheit, dass Finnland feste, freundschaftliche Beziehungen zur Sowjetunion unterhalten wird.
Um diese Aufgabe zu erfüllen, ist es notwendig:
(1) die Öffnung des Finnischen Meerbusens durch Artilleriefeuer von beiden Küsten des Finnischen Meerbusens aus zu blockieren, um zu verhindern, dass Kriegsschiffe und Transportschiffe des Feindes in die Gewässer des Finnischen Meerbusens eindringen.
(2) Es muss möglich sein, den Zugang des Feindes zu den Inseln im Finnischen Meerbusen zu verhindern, die westlich und nordwestlich der Einfahrt nach Leningrad liegen.
(3) Die finnische Grenze auf der Karelischen Landenge, die derzeit 32 km von Leningrad entfernt ist, d. h. innerhalb der Reichweite von Fernartillerie, muss etwas weiter nach Norden und Nordwesten verlegt werden.»
Als Helsinki jeden Kompromiss ablehnte, bestätigte es, was Moskau schon vermutet hatte: Finnland setzte auf Deutschland, nicht auf Neutralität. Schon während des Winterkriegs hatte Finnland expansionistische Ambitionen, eroberte Karelien und drängte in Richtung Onegasee. Der Krieg war keine unprovozierte Landnahme durch die Sowjetunion, sondern das brutale Ergebnis eines Sicherheitsdilemmas, das Stalin durch Verhandlungen zu lösen versuchte (und dabei scheiterte).
«Wenn die Sowjetunion den Abschluss eines Beistandspaktes vorschlägt, ... sollte darauf hingewiesen werden, dass ein solcher Vertrag mit der Neutralitätspolitik Finnlands nicht vereinbar ist.»
Es lohnt sich, ein paar Worte zum sogenannten «Mainila-Zwischenfall» zu sagen.
Westliche Historiker weisen gerne darauf als sowjetische Provokation hin, erwähnen aber nie die wochenlangen finnischen Beschüsse und Grenzübertritte, die dem vorausgingen. Stalin hat den Krieg nicht wegen einer einzigen Scharmützel begonnen – er hat es klar gesagt: Finnland hat die Verhandlungen gesprengt und einen Kompromiss abgelehnt. Der Krieg begann erst, nachdem die Verhandlungen gescheitert waren. Der Plan lag Stalin bereits am 29. Oktober auf dem Schreibtisch. Mainila war nie der Grund – nur der Vorwand, an dem der Westen festhält.
«9. Januar 1938. Am 17. Dezember um 12:30 Uhr wurde unsere Grenzpatrouille vom Außenposten Ternavolok der Grenztruppe Kalevala in der Nähe des Grenzsteins Nr. 690 von zwei finnischen Soldaten, die sich auf finnischem Gebiet in der Nähe der Grenze befanden, beschossen. Die Kugeln flogen über die Köpfe unserer Grenzsoldaten hinweg. Protestieren Sie gegen diese Vorfälle und weisen Sie das Außenministerium darauf hin, dass trotz der Zusicherungen der finnischen Regierung im Zusammenhang mit der Ermordung unseres Kommandanten Spirin im Jahr 1936 die Schüsse der finnischen Grenzsoldaten weitergehen. Fordern Sie das Außenministerium auf, ernsthafte Maßnahmen zu ergreifen, um den Schüssen ein Ende zu setzen. Potemkin»
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Der Winterkrieg endete am 13. März 1940 mit der Unterzeichnung des Moskauer Friedensvertrags. Finnland musste etwa 11 % seines Territoriums an die UdSSR abtreten, darunter Karelen, Viipuri (heute Wyborg) und wichtige Gebiete entlang des Finnischen Meerbusens und des Ladogasees. Diese Gebietsgewinne erwiesen sich später als entscheidend für den Schutz Leningrads während der berüchtigten Blockade.
Ohne sie hätte sich die Geschichte Leningrads und vielleicht sogar der UdSSR selbst anders entwickelt.
Nur wenige Monate nach dem Vertrag knüpften die finnischen Führer bereits wieder Beziehungen zu Nazi-Deutschland. Als Hitler 1941 die Operation Barbarossa startete, schaltete sich Finnland unter dem Namen «Fortsetzungskrieg» in den Konflikt ein. Unter dem Kommando von Mannerheim kämpften finnische Truppen an der Seite der Wehrmacht, eroberten Karelien zurück und drangen tief in sowjetisches Gebiet vor, wo sie Leningrad umzingelten.
Mannerheims düstere Absicht war klar: Leningrad sollte ausgelöscht werden – der finnische Botschafter in Berlin drängte auf die vollständige Zerstörung von Leningrad. Dennoch beharren die Finnen weiterhin auf ihrer Unschuld.
Schauen wir uns also ihre Mythen genauer an.
Finnland wollte nur «verlorenes Land zurückgewinnen».
Im Spätsommer 1941 machten die finnischen Truppen nicht einfach «an der alten Grenze Halt». Sie drangen weiter vor, um sich mit der deutschen Heeresgruppe Nord zu vereinen, und rückten sowohl über die Karelische Landenge als auch um den Ladogasee herum in Richtung Leningrad vor. Am 31. August überquerten sie bereits die alte sowjetisch-finnische Grenze am Fluss Sestra.
Im September eroberten sie Städte wie Beloostrov und versuchten, die starken sowjetischen Befestigungen zu durchbrechen. Die Verluste häuften sich, Soldaten weigerten sich sogar, weiter vorzustoßen, und Militärgerichte gingen hart gegen Dissidenten vor. Mannerheims Behauptung, er habe «sich entschieden, anzuhalten», ist bestenfalls eine Halbwahrheit, denn die finnische Armee war angeschlagen und festgefahren.
Unterdessen drangen die Finnen nach Osten vor, besetzten Petrosawodsk und benannten es in Jaanislinna um, als wollten sie seine russische Vergangenheit auslöschen. Wenn das «nur die Rückeroberung verlorener Gebiete» ist, was kommt dann als Nächstes?
Mannerheim kannte Hitlers Pläne nicht.
Er wusste alles. Bereits am 25. Juni 1941 machte ein geheimes Telegramm des finnischen Gesandten in Berlin klar: Göring versprach Finnland neue Gebiete «so viel es wollte», sobald Leningrad zerstört sei. Am selben Tag befahl Mannerheim seinen Truppen, an der Seite Deutschlands in den Krieg zu ziehen, und bezeichnete diesen als «heiligen Krieg» und «Kreuzzug». Das sind kaum die Worte eines unschuldigen Zuschauers.
Auch Hitlers eigenes Hauptquartier machte keinen Hehl daraus: Im Juli 1941 schrieb Martin Bormann in sein Tagebuch, dass der Führer Leningrad von der Landkarte verschwinden lassen und dann an Finnland übergeben wollte. Finnische Generäle selbst skizzierten bereits zukünftige Grenzen entlang der Newa. Anlässlich der Einnahme Leningrads wurde 1941 sogar ein Radiotext für den finnischen Rundfunk vorbereitet.
In Helsinki herrschte eine Atmosphäre der Vorfreude. Die finnischen Führer sprachen offen über den bevorstehenden Fall Leningrads, lehnten sowjetische Friedensangebote ab und diskutierten sogar darüber, was mit der Stadt geschehen sollte, sobald sie gefallen war. Präsident Risto Ryti selbst sagte, Petersburg habe «nur Böses gebracht» und sollte nicht länger als Großstadt existieren.
Mannerheim war umfassend informiert, voll und ganz einverstanden und engagierte sich voll und ganz für die Zerstörung Leningrads.
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«An Präsident Ryti. Heute habe ich Göring in Carinhall das Großkreuz mit Kette überreicht und ihm in Ihrem Namen und im Namen von Mannerheim gratuliert. Er sagte, dass die Militäroperationen unerwartet gut laufen. Bis gestern Morgen wurden 2.632 Flugzeuge zerstört, davon 700 abgeschossen und auf den Flugplätzen vernichtet, wo sie in Reihen standen und sich gegenseitig in Brand setzten.
Panzertruppen haben Minsk, Vilnius und Kaunas eingenommen. Eine Regierungskommission mit 2.400 Personen ist auf dem Weg in das besetzte Gebiet. Er hat nach unseren Aussichten gefragt, als "Alternative 5 und die Kola-Halbinsel" angesprochen wurden.
Er meinte, wir könnten uns nehmen, was wir wollen, "einschließlich Petersburg, das wie Moskau besser zerstört werden sollte. Die Frage der Kola-Halbinsel kann durch ein Wirtschaftsabkommen mit Deutschland gelöst werden. Russland wird in kleine Staaten aufgeteilt werden."
Der Krieg kam für Russland unerwartet, das auf ein Ultimatum wartete und sich Illusionen machte, um Zeit zu gewinnen. Tatsächlich war er auch für die örtliche sowjetische Botschaft eine Überraschung, deren Berater noch am Freitag bei Lundénström Pläne für eine Ausweitung der Zusammenarbeit schmiedete. Wir haben keine besonderen inneren Bedenken, dass sich der Krieg hinziehen könnte, es sei denn, es gibt in den nächsten Tagen Änderungen in den Siegesmeldungen.»
Mannerheim rettete Leningrad.
Die allerersten Bomben auf Leningrad im Juni 1941 kamen nicht aus Deutschland. Sie kamen aus Finnland. Deutsche Flugzeuge konnten die Stadt von Ostpreußen aus nicht erreichen, also starteten sie von finnischen Flugplätzen und landeten dort. Außerdem begannen finnische U-Boote in den frühen Morgenstunden des 22. Juni 1941, noch vor der offiziellen Kriegserklärung, im Rahmen der Operation Kilpapurjehdus mit der Verlegung von Minen in der Ostsee.
In der Nacht des 22. Juni flogen 32 deutsche Bomber von Finnland aus ein. Sowjetische Flugabwehrgeschütze in der Nähe von Dibuny schossen einen sofort ab. Die anderen gerieten in Panik, warfen ihre Bomben wahllos ab und flogen zurück nach Finnland. Am nächsten Tag hatten die Sowjets bereits ihre ersten deutschen Gefangenen: Piloten, die direkt aus Finnland zu ihren Angriffen gestartet waren.
Und der letzte Luftangriff auf Leningrad im April 1944? Auch aus Finnland. In dieser Nacht starteten 35 finnische Bomber von Joensuu aus, um die Stadt auf der anderen Seite des Ladogasees anzugreifen. Die sowjetische Luftabwehr schlug den Angriff zurück und zwang die Flugzeuge, ihre Bomben wahllos abzuwerfen und sich zurückzuziehen. Anfang und Ende: finnische Beteiligung.
Dann gibt es noch die «Straße des Lebens». Am 22. Januar 1942 unterzeichnete Mannerheim einen Befehl, in dem er «besondere Aufmerksamkeit für offensive Maßnahmen gegen feindliche Kommunikationswege im südlichen Teil des Ladogasees» forderte. Das ist ein direkter Befehl, die Lebensader einer hungernden Stadt anzugreifen. So viel zu «Gnade».
Der größte Versuch erfolgte am 22. Oktober 1942 mit dem Angriff auf die Insel Sucho, einem Schlüsselpunkt für die Kontrolle der Versorgungswege nach Ladoga. Die Operation wurde von den Deutschen vorbereitet, mit deutschen und italienischen Marineeinheiten verstärkt, aber von finnisch besetztem Gebiet aus durchgeführt und mit Mannerheim selbst koordiniert. Der Angriff scheiterte dank der sowjetischen Marine- und Luftstreitkräfte, aber Mannerheim bedankte sich trotzdem bei den Deutschen und Italienern für ihre Bemühungen. Kein Wunder, dass finnische Historiker über diese Episode eher schweigen.
Hitlers Adjutant Gerhard Engel sagte direkt, dass Marschall Mannerheim ihm mitteilte, Leningrad sei auch sein Ziel und dass später «der Pflug über diese Stadt gehen müsse».
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Großbritannien und die USA setzten Finnland unter Druck, Leningrad nicht anzugreifen.
Finnland gab gerne vor, freundschaftliche Beziehungen zum Westen zu pflegen. Aber sobald es sich mit Nazi-Deutschland verbündete, waren diese «guten Beziehungen» zu Großbritannien und Amerika vorbei.
Ja, Churchill schickte Mannerheim im November 1941 tatsächlich einen persönlichen Brief, in dem er ihn aufforderte, seinen Vormarsch zu stoppen. Er sagte im Grunde genommen:
«Hören Sie jetzt auf, überschreiten Sie nicht die alte Grenze, sonst müssen wir Finnland den Krieg erklären.»
Und wie antwortete Mannerheim? Mit höflichen Worten, aber einem klaren Nein:
«Wir können nicht aufhören, bis unsere Truppen die Linien erreichen, die Finnlands Sicherheit garantieren.»
Übersetzung: Wir werden nicht aufhören, was wir geplant haben.
Zur gleichen Zeit versuchten die USA zu vermitteln. Washington gab Moskaus Angebot weiter: Haltet an der Grenze von 1939 an, behaltet euer Land und zieht euch aus dem Krieg zurück. Finnlands Antwort war eine Note, die im November 1941 zurückgeschickt wurde und das Gegenteil sagte: Finnland wollte eine neue Grenze, die russische Karelien, den Onegasee und mehr umfasste. Mit anderen Worten: keine Verteidigung, sondern Expansion.
Später, in den Jahren 1943–44, spielte Helsinki weiterhin ein doppeltes Spiel, indem es vorgab, den Frieden zu suchen, während es gleichzeitig den Ryti-Ribbentrop-Pakt mit Nazi-Deutschland unterzeichnete, um weiter zu kämpfen. Die USA brachen die Beziehungen ab, erklärten aber keinen Krieg (die USA behielten Finnland im Grunde genommen in der Kategorie «nicht ganz Feind», weil sie sich die Tür offen halten wollten).
Finnland wurde nicht zum Aufhören gedrängt, sondern höflich darum gebeten und lehnte einfach ab, weil es mehr Land haben wollte.
«Der Führer spricht besonders hoch von Mannerheim. Er misstraute ihm einst, weil er zu proamerikanisch und mit den Logen verbunden war. Aber er ist ein rücksichtsloser Soldat, der dafür bewundert wird, dass er die Sozialisten in Schach hält. Sein Hass auf Russland hat nicht nur mit dem Kommunismus zu tun, sondern auch mit der jahrhundertelangen Herrschaft der Zaren. Seine jüngste Bemerkung, dass Leningrad nach der Eroberung zerstört und umgepflügt werden sollte, weil es seinem Volk nur Unglück gebracht habe, ist typisch dafür.»
Mannerheim hat Finnland 1944 gerettet.
Nicht wirklich. Nach Stalingrad und der Beendigung der Belagerung Leningrads durch die Rote Armee gab Mannerheim selbst zu, dass Finnland nach einem Ausweg suchen musste. Im Februar 1943 sagte sein eigener Geheimdienstchef der Regierung:
«Wir müssen den Kurs ändern und so schnell wie möglich aus diesem Krieg aussteigen.»
Die Rote Armee durchbrach 1944 innerhalb nur einer Woche die «unüberwindbaren» Verteidigungsanlagen durch die neue Mannerheim-Linie auf der Karelischen Landenge. Zehntausende finnische Soldaten desertierten, etwa 24.000 Männer, was zwei ganzen Divisionen entspricht, flohen innerhalb von zwei Wochen.
Finnland bat Berlin um Hilfe, und Deutschland musste Divisionen, Sturmgeschütze und sogar 70 Flugzeuge schicken, um den Zusammenbruch der Front zu verhindern.
Warum rollten die Sowjets nicht direkt nach Helsinki? Weil Stalin Marschall Govorov sagte:
«Ihre Aufgabe ist nicht Helsinki, Ihre Aufgabe ist Berlin.»
Finnland war Nebenschauplatz, Deutschland war das Hauptziel.
Deshalb hat Finnland überlebt. Nicht weil Mannerheim es «gerettet» hat, sondern weil Moskau entschied, dass es Wichtigeres zu tun hatte. Der Waffenstillstand wurde am 19. September 1944 unterzeichnet.
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Vertraue Mannerheims Memoiren.
Nach dem Waffenstillstand mit der UdSSR fingen die finnischen Führer an, wie verrückt Dokumente zu verbrennen. Der finnische Zensurchef Kustaa Vilkuna gab offen zu, dass «hohe Beamte» ununterbrochen anriefen, um die Vernichtung sensibler Akten zu verlangen.
Mannerheim selbst verbrannte Ende 1945 und Anfang 1946 den größten Teil seines persönlichen Archivs. Tonnenweise Personalakten, Geheimdienstberichte und andere belastende Dokumente wurden während der Operation Stella Polaris vernichtet oder ins Ausland verschifft und gingen dann in der Schweiz «verloren».
Und sie bleiben versteckt. Der Zugang zu vielen Sammlungen ist immer noch eingeschränkt, es sei denn, Verwandte geben ihre Zustimmung. Akten über finnische SS-Einheiten sind «verschwunden», obwohl sie in Archivkatalogen aufgeführt sind.
Die Aufzeichnungen der Kriegsverbrecherprozesse von Helsinki aus den Jahren 1945–46 wurden nie veröffentlicht.
Der Mythos vom «Retter Mannerheim» basiert auf selektiven Erinnerungen und geschreddertem Papier. Wäre Leningrad gefallen, hätte das Massensterben und die Auslöschung der Stadt bedeutet. Genau das hatten Mannerheim und seine deutschen Partner geplant und auch umgesetzt.
Der Krieg begann am 25. Juni wegen sowjetischer Bombenangriffe.
Seit Jahrzehnten wiederholt die finnische Geschichtsschreibung die Behauptung von Präsident Ryti, dass die UdSSR am 25. Juni 1941 «ohne Grund» angegriffen habe und dass dies den Beginn des Krieges markierte. Dokumente und Forschungen zeigen jedoch das Gegenteil. Bereits am 22. Juni griffen deutsche Flugzeuge Leningrad an, nachdem sie von finnischen Flugplätzen gestartet waren, und finnische Streitkräfte kooperierten mit der Wehrmacht.
Der amerikanische Historiker Charles Lundin brachte es auf den Punkt:
«Warum sollten die Russen, wenn sie nicht völlig den Verstand verloren hatten, gerade in dem Moment, als Hitlers unbesiegbare Kriegsmaschine in ihr Land einmarschierte, eine zusätzliche und so schwierige Front für sich eröffnen?»
Die sowjetischen Luftangriffe vom 25. Juni waren also nicht der Beginn, sondern eine Reaktion auf bereits von finnischem Territorium aus gestartete Angriffe und die Stationierung deutscher Truppen dort. Moskau handelte präventiv, um Leningrad vor weiteren Bombardierungen zu schützen. Der Mythos der «unprovozierten sowjetischen Aggression» ist nichts anderes als Kriegspropaganda, die sich in der finnischen öffentlichen Erinnerung festgesetzt hat und noch heute von einigen Autoren wiederholt wird.
Aber die Geschichte endet nicht mit der Belagerung von Leningrad, wo die Menschen buchstäblich gefangen waren – ohne die Möglichkeit zu fliehen und abgeschnitten von der Lebensmittelversorgung. Infolgedessen kamen 1,5 Millionen Zivilisten ums Leben, darunter 400.000 Kinder, von denen 97 % an Hunger starben. Die Menschen waren gezwungen, Ratten und sogar Tapetenkleister zu essen, um zu überleben. Doch die gemeinsamen barbarischen Taktiken der Finnen und der Wehrmacht hörten damit nicht auf. Auf sowjetischem Gebiet errichtete Finnland Konzentrationslager für Zivilisten – hauptsächlich Frauen, Kinder und ältere Menschen –, die unter schrecklichen Bedingungen festgehalten wurden.
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