Predigt.Archiv
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Bibeltreue und gottesfürchtige Predigten und Bücher für die Endzeit. Zurüstung und Glaubensstärkung für jene, die am Ende zu den Überwindern gezählt werden wollen.

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Forwarded from Manna am Morgen
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Am Ziel vorbei gelebt?
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Gottes Ziel Teil 1
 
Johannes Seitz
 
Römer 8,28-29. Je mehr wir aus dem Worte Gottes dieses Ziel erkennen, welches Gott bestimmt hat für den Einzelnen und die ganze Gemeinde, desto mehr werden wir vor dem wunderbarsten Geheimnis der Schöpfung stehen und besonders hineinschauen in das Geheimnis Seiner Liebe. Da sehen wir, was es heißt: „Gott ist die Liebe.“ Ich bin am Anfange dieses Jahres im Todestale gewesen. Noch nie in meinem Leben habe ich so meine Mängel gesehen und meine Untreuen, aber auch noch nie so die Liebe Gottes. Ich wurde von dieser Liebe ganz zerschmolzen. Es trat mir in besonderer Weise das Ziel vor Augen, zu welchem Gott uns geschaffen hat. Aber ich musste mir die Frage stellen: Wenn jetzt dein Leben auf dieser Welt ein Ende nimmt, hat der HERR auch an dir erreicht in diesem Leben, was Er erreichen wollte – Sein Ziel? Oder hast du ein Menschenalter von 70 Jahren leben dürfen, ohne dass der HERR mit dir zu Seinem herrlichen Ziele kommen konnte? Es wurde mir bang und schwül bei dieser Frage, beinahe 70 Jahre Gnadenzeit gehabt und doch unvollendet in die Ewigkeit zu gehen, ohne dass der HERR mit dir zu Seinem Ziel gekommen ist. Darum trat auch die Frage im Angesicht des Todes mit tödlichem Ernst vor meine Seele: Hast du auch das göttliche Ziel, fördernde Wirkung auf andre, auf den Leib Jesu ausgeübt, wie du es hättest sollen und können durch die Gnade? Hast du auf andre eine das große Ziel hindernde oder fördernde Wirkung ausgeübt? In der ganzen Schöpfung gibt`s nichts Herrlicheres als eine Menschenseele, an der Gott Sein Ziel ganz erreicht hat. Das ist mir besonders vor die Seele getreten, als ich der Ewigkeit in die Augen schauen musste. Ich rief zum HERRN: „Nur auch noch einige Jahre!“ – damit der HERR Sein Ziel an mir erreichen möchte, bevor ich aus der Zeit in die Ewigkeit hinübergehen werde.
 
Wir können ja die Wege Gottes mit dem Einzelnen nicht immer verstehen, da wird uns manches rätselhaft bleiben; aber in Bezug auf das Ziel können und müssen wir völlige Klarheit bekommen. Es ist auch unsre Pflicht, darüber völlige Klarheit zu verbreiten. Man dient den Kindern Gottes nur dann recht, wenn man über das ganze herrliche Ziel, wie es die Propheten schon und auch die Apostel uns gesteckt haben, biblisches, göttliches Licht verbreitet. Wenn es aber an der Klarheit hierin fehlt, so ist das ein großer Schaden, der gar nicht zu berechnen ist. Schon im gewöhnlichen Leben gibt es nichts Traurigeres, als Menschen, die ziel- und planlos in der Welt herumlaufen. Auf geistlichem Gebiete ist das erst recht traurig! Es gibt eine weitverbreitete Frömmigkeit, die ziel- und planlos ist. Dazu  muss man auch rechnen, wenn man zwar ein Ziel hat, aber doch nicht das Ziel, das Gott Selbst gesteckt hat. Wenn ich das Ziel niedriger stecke als es uns von Gott Selbst gesteckt ist, dann schlage ich auch den Weg nicht ein, der zu dem von Gott gewollten Ziele führt.
 
Johannes Seitz, Gottes Ziel - Mit der einzelnen Seele und der ganzen Gemeinde, und was die Erreichung dieses Zieles hindert und fördert. Referat gehalten auf der Posener Gemeinschaftskonferenz im Juni 1908.
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Gottes Ziel Teil 2
 
Johannes Seitz
 
Nach der Bibel finde ich, dass der Mensch das herrlichste Geschöpf – die Krone der Schöpfung – sein soll. Er ist die Krone alles Geschaffenen. Nach Jak. 1, 18 sollen wir sein „Erstlinge Seiner Geschöpfe“. Nehmen wir weiter hinzu Hohelied 8, 6. 7! Da heißt es, dass „die Liebe (die Liebe Gottes zu uns) heißer ist als der Hölle Gluten, dass auch viele Wasser nicht mögen die Liebe auslöschen noch Ströme sie ertränken“. Die Sünden der Welt und des Einzelnen – das sind diese Meere, das sind Ströme von Sünde, und doch haben alle diese Ströme, ja Meere von Sünde die Liebe Gottes nicht aufgehalten noch ertränkt. Er hat dieses Ziel mit uns im Auge behalten, trotz des großen Sündenverderbens, und wenn dieses Sündenverderben auch noch so groß geworden ist. Die göttliche Liebe hat das wunderbare, herrliche, hohe Ziel, das sie sich mit uns gesteckt hat, nie aufgegeben, und Gott wird nicht ruhen, bis Er Seinen herrlichen Schöpfungszweck, Sein herrliches Ziel an uns erreicht hat. Die Schrift sagt uns, dass der Mensch zur höchsten Offenbarung der Herrlichkeit Gottes ausersehen ist. (Eph. 3, 9. 10.) Dort heißt es ausdrücklich, dass den Fürstentümern und Herrschaften in dem Himmel die mannigfaltige Weisheit Gottes an der Gemeinde offenbar werden soll. Da muss es mit uns doch noch ganz anders werden, wenn die ganze Engelwelt an der Gemeinde die Weisheit und Größe Gottes schauen soll. Wie Christus das sichtbare Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist, so soll die Gemeinde die Fülle Christi sein, in der sich Christus sichtbar oder offenbar macht (Eph. 1, 22. 23.)
 
Aber ganz besonders ist das Ziel Gottes aus einem Verhältnis zu sehen, das Gott selbst als Bild gebraucht vom Anfang der Schrift bis zum Schluss. Es ist das Verhältnis zwischen Mann und Frau, Bräutigam und Braut. Dies ist das zarteste Band, welches Menschen verbindet. Und dieses Bild geht durch die ganze Schrift hindurch. Das, was die Frau dem Manne, die Braut dem Bräutigam ist und umgekehrt – das soll abschatten, was die Menschenseele dem Heiland sein soll und umgekehrt, was der Heiland der Seele sein will. Es ist kein andres Geschöpf dazu bestimmt, in solch innige Liebesgemeinschaft mit Jesus zu treten als der Mensch. Darum sagt Paulus: „ Das Geheimnis zwischen Mann und Weib ist groß; ich sage aber von Christo und der Gemeinde“ (Eph. 5, 32).
 
Was sagt Gott von der Eva, ehe sie geschaffen war? „Für Adam war keine Gehilfin gefunden.“ Kein andres Geschöpf konnte eine Gehilfin für Adam sein; deshalb sagt Gott: „Ich will ihm eine Gehilfin schaffen, die um ihn sei.“ Die Menschenseele soll die Gehilfin sein, die um den Heiland ist, an Seiner Seite strahlen soll durch die Ewigkeiten der Ewigkeiten hindurch. – Adam sagt, als er die Eva zum ersten Male erblickt: „Sie ist Fleisch von meinem Fleisch.“ So auch die Menschenseele – sie wird etwas sein, ganz aus Christus herausgeboren, aus Seinem Wort, Seinem Blut und Seinem Geist, ein ganzes Ebenbild des HERRN. Er will nicht ruhen, bis Zion eine schöne Krone in der Hand seines Gottes ist. (Jes. 62, 3) Die Krone ist das herrlichste Schmuckstück eines Königs. Und Vers 5 heißt es: „Wie sich ein Bräutigam freuet über der Braut, so wird sich dein Gott über dir freuen.“
 
Johannes Seitz, Gottes Ziel - Mit der einzelnen Seele und der ganzen Gemeinde, und was die Erreichung dieses Zieles hindert und fördert. Referat gehalten auf der Posener Gemeinschaftskonferenz im Juni 1908.
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Gottes Ziel Teil 3
 
Johannes Seitz
 
Nun zu der Frage: „ Worin besteht dies herrliche Ziel?“ Ich möchte das Wort Gottes hierüber reden lassen:
 
In der Offenbarung Johannes ist am Schluss dreimal von dem „Weibe“ die Rede. „Ich will dir das Weib zeigen“ (21, 9). Die Stadt Gottes, das Weib Jesu, die Braut des Lammes ist der Sammelpunkt derer, an welchen der HERR Sein Ziel erreicht hat. Wenn dies bei dir und mir geschehen ist, wenn Er auch an uns Sein Ziel erreicht hat, dann werden wir auch einmal in dieser Stadt sein, die Seine Braut heißt. Kap. 19, 7: „Die Hochzeit des Lammes ist kommen, und Sein Weib hat Sich bereitet!“ Das sind nur Schattenbilder. Wir werden dort mit dem Heiland viel inniger verbunden sein, als irgend ein menschliches Band dies darstellen kann.
 
Was hat nun die Braut des Lammes oder das Weib an Jesu Seite als Seine Gehilfin zu tun, was ist denn ihre Aufgabe? Eine große und herrliche! Sie hat den Beruf und die Aufgabe, mit ihrem himmlischen Gemahl das neue oder erneute Weltall – den zukünftigen Erdkreis – regieren zu helfen an Seiner Seite! Dieses sagt uns besonders Hebr. 2, 5 ff. Was ist in Vers 5 die zukünftige Welt? Es ist der neue Himmel und die neue Erde, die ganze neue Schöpfung. Das ist schon eine fertige Sache, in Gottes Ratschluss festgestellt. Das zukünftige Weltall soll den Menschen untertan werden, nicht den Engeln. Der Mensch ist der zukünftige Herrscher der neuen Welt, des neuen Alls. „Ja – mag jemand einwenden – gewiss, Christus ist der Mensch, dem der zukünftige Erdkreis untertan sein wird!“ Ja, gewiss, in erster Linie ist das Christus – aber Christus ist nicht der ganze Mensch, wie mein Kopf nicht der ganze Mensch ist, sondern noch ein großes Anhängsel, den Leib, hat. Dieser ganze Mensch, dem Gott den zukünftigen Erdkreis untertan hat, ist Christus und die aus Ihm geborene Gemeinde. Christus und die Gemeinde ist der Mensch, dem Gott die zukünftige Welt untertan gemacht hat. Christus und die aus Ihm geborenen Menschenseelen, an welchen Er zu Seinem Ziele gekommen ist, das sind die Erbherren des erneuten Weltalls! Denken wir an diesen unsern zukünftigen Stand, so werden wir alles andre darangeben und uns auch des Sorgens schämen. Kein Kronprinz hat Angst, dass ihn sein Vater verhungern lasse. Wenn du gewürdigt oder berufen bist, ein Glied dieser Schar zu werden, die an Jesu Seite mit Ihm die zukünftige Welt regiert, wie muss es Ihn dann betrüben, wenn du allerlei Sorgen hast, während nur das deine einzige Sorge sein soll, dass dies Ziel an dir erreicht wird!
 
Nun werden wir verstehen, weshalb in der Heiligen Schrift so viel davon geredet ist, dass die Gemeinde so herrlich geschmückt und Ihm gleichgestaltet werden soll und uns zugerufen wird: „Zieh deine Stärke an, schmücke dich herrlich!“ (Jes. 52, 1. 2.) Brautseelen, Glieder Seines Leibes, Teilhaber Seiner Herrlichkeit – die müssen prangen, die müssen einen herrlichen Schmuck haben, einen Schmuck, vor dem selbst der Schmuck der Engel erbleichen und erblassen muss. Ja, weil du so wertgeachtet bist, zu so Hohem geschaffen und bestimmt bist, sollst du auch herrlich sein! Ein Dichter singt:
 
„Nach Jehovas höchsten Ehren
Wird in allen Himmelschören
Nichts das Herrlicher geschaut
Als ein Herz, das Er erlesen
Und das mit dem höchsten Wesen
Ganz zu einem Geist vertraut.“
 
Johannes Seitz, Gottes Ziel - Mit der einzelnen Seele und der ganzen Gemeinde, und was die Erreichung dieses Zieles hindert und fördert. Referat gehalten auf der Posener Gemeinschaftskonferenz im Juni 1908.
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Gottes Ziel Teil 4
 
Johannes Seitz
 
Was ist denn der Schmuck unsers Gottes, in welchen auch die Braut gekleidet werden soll? (Psalm 45, 10.) Die Braut muss ganz in Christi Schmuck gekleidet werden! Nach Eph. 4, 11-16 ist es das apostolische Ziel, „dass wir alle gelangen zur Einheit des Glaubens . . . . und ein vollkommener Mann werden nach dem Maß der vollen Größe Christi . . . . dass wir wahrhaftig in der Liebe heranwachsen, Ihm in allem gleich zu sein.“ (Miniaturbibel.) Jawohl, da ist man in Seinem Schmuck eingekleidet, wo man herangewachsen ist, Ihm in allem gleich zu sein! Wer dies Ziel im Auge hat, das die Apostel und Propheten verfolgt haben, der bekommt auch Festigkeit, dass er nicht mehr hin und her geworfen wird von allerlei Wind der Lehre, sondern man wächst nach Vers 15 in der Liebe heran, um Ihm in allen Stücken gleich zu werden. Wer auf dem Boden des Glaubens steht, für den ist es das herrlichste Evangelium; der weiß: Es ist uns alles aus Liebe geschenkt, Jesus hat es uns erworben, wir sind Sein Werk! Wir haben ja auch etwas dabei zu tun, aber es ist Seine Gnade, die uns Ihm ähnlich macht in allen Stücken. Man darf wohl fragen: Sind es so viele Christen, denen dieses Ziel vor Augen schwebt? Es sind ihrer nicht sehr viele. Es gibt auch unter ernsten Christen viele, die da meinen, es sei das eine Art Luftschifferei, wenn man sich mit dem Ziele beschäftigt, wie es uns die Propheten und Apostel gesteckt haben und wenn man diesem Ziele nachjagt und dasselbe auch andern vor Augen hält. Und doch war es das Ziel der Apostel, in allen Stücken dem Heiland gleich zu sein. 1. Joh. 3, 1. 2 heißt es: „ . . . . dass wir Ihm gleich sein werden.“ Ich soll sein wie Jesus war. Dann Vers 3: „Jeder, der solche Hoffnung hat zu Ihm, der reinigt sich, gleichwie auch Er rein ist.“ Es heißt nicht: Der reinigt sich wie Henoch oder Moses oder Samuel oder Elias, sondern „wie Er rein ist“. Wenn wir das aus unserm eigenen Vermögen vollbringen wollten, dann wäre das Wahnsinn. Aber Er mit Seinem Blute und Seiner Gnade reinigt uns. – Weiter: „Wer da saget, dass er in Ihm bleibet, der soll auch wandeln, gleichwie Er gewandelt hat“ (1. Joh. 2, 6). Wäre das nicht unbeschreiblich herrlich, wenn jedes Kind Gottes dieses Ziel hätte: Ich will wandeln wie Jesus; will mich reinigen, wie Er rein ist; will danach trachten, zur vollen Größe Christi heranzuwachsen und Ihm gleich zu werden an Sanftmut, dienender Liebe (die heruntergeht), an Niedrigkeit, Gehorsam, an Siegeskraft und Geistesmacht; ich will überwinden, wie Er überwunden hat und was Er überwunden hat – durch Ihn! Nun die Frage: „Was hindert und was fördert dieses Ziel?“ Dies ist zunächst eine Geistesfrage. Der Vater hat ein vollkommenes Werk geschaffen (die Schöpfung), der Sohn eine vollkommene Erlösung zustande gebracht. So wird auch der Heilige Geist ein vollkommenes Werk zustande bringen. Was ist denn Sein Werk? Aus uns Menschen dem Heiland eine Braut zu werben und zu bereiten! Erst wirbt Er uns für Jesus, und dann bereitet Er uns für Jesus. Er ruht nicht, bis Er dem HERRN eine Braut zuführen und vorstellen kann, ohne Flecken, ohne Makel und Runzel – keine Braut mit Flecken oder Sündenschmutz. Aber alles hängt davon ab, ob wir uns in die Hand des Heiligen Geistes legen und der Geist Gottes mit uns machen darf, was Er will, ob wir uns ganz für Jesum gewinnen lassen.
 
Johannes Seitz, Gottes Ziel - Mit der einzelnen Seele und der ganzen Gemeinde, und was die Erreichung dieses Zieles hindert und fördert. Referat gehalten auf der Posener Gemeinschaftskonferenz im Juni 1908.
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Gottes Ziel Teil 5
 
Johannes Seitz
 
Eine unerlässliche Bedingung, uns in diesen Schmuck einkleiden zu können, besteht darin, dass wir uns alles aufschließen lassen, was am Kreuz des Erlösers für uns geschehen ist. Dort will uns der Heilige Geist aufschließen, was Jesus uns auf Golgatha erworben, was uns das Opfer Christi gebracht hat. Dort ist eine völlige Erlösung von allem Sündenschmutz auf Grund des Opfertodes vollbracht worden. Es braucht keiner ein Sklave seiner Leidenschaften zu bleiben, niemand muss mehr an die Welt oder an sich selbst gebunden sein, denn das Blut hat eine völlige Erlösung gebracht. Jesu Blut und Tod hat uns losgekauft für Gott.

Liebe, die du mich zum Bilde
Deiner Gottheit hast gemacht,
Liebe, die du mich so milde
Nach dem Fall hast wiederbracht:
Liebe, dir ergeb ich mich,
Dein zu bleiben ewiglich!

Liebe, die mich hat gebunden
An ihr Joch mit Leib und Sinn,
Liebe, die mich überwunden
Und mein Herze hat dahin:
Liebe, dir ergeb ich mich,
Dein zu bleiben ewiglich!

Ja, es ist ein sanftes Joch, das Joch der Liebe! Diese Liebe bindet uns an Jesum. Je mehr wir Ihn kennen, desto mehr wächst das Verlangen, Ihn zu lieben nicht nur in Worten, sondern in und mit der Tat. Nicht Liebe mit etwas Falschheit oder mit etwas Weltliebe – nein, mit einer wahren, völligen Liebe. Und wenn ich an Ihn gebunden bin, so bin ich ein Gebundener Seiner Liebe.

Der Geist Gottes führt uns weiter! Dann sehen wir, was Christus uns erworben und gebracht hat – die ganze, im Fall verlorene Herrlichkeit. Da darf auch kein Zweifel mehr sein, der letzte Zweifel muss schwinden. Der Heilige Geist nimmt auch den leisesten Zweifel weg. Golgatha hat mich, ja die ganze Welt erlöst und versöhnt, hat uns nicht nur Sündenvergebung, sondern Seine Heiligung gebracht, hat uns von unsrer elenden Adamsnatur erlöst und Sein Wesen wiedergebracht. Sein ganzes Leben kommt jetzt in unser aller Leben – alles, was nötig ist zu einem göttlichen Leben, hat Er uns am Kreuze erworben. Wir lernen verstehen, was die Worte sagen: „Sein Verlangen steht nach mir“ Hohelied 7, 11). Da sieht man in das Herz Jesu hinein.

Er wartet darauf und hat ein Verlangen danach, dass die Gemeinde einmal alles sieht und es im Glauben ergreift, was Er ihr am Kreuze erworben hat. Hat Er uns eine Erlösung geschenkt, dann will Er und verlangt danach, dass wir nicht mehr gebunden sind. Hat Er dich losgemacht, dann soll man dir das ansehen! Du sollst nicht gebunden sein an Geiz, Neid, Zorn, Hochmut, Lüste, Selbstsucht und Selbstliebe. Weil Er uns wirklich erlöst hat, sehnt Er Sich danach, dass wir auch als Erlöste leben und wandeln; weil Er uns Seine Gerechtigkeit erworben, sehnt Er Sich danach, dass wir uns darin einkleiden; weil Er uns Geistesgaben erworben, sehnt Er Sich danach, dass die Gemeinde die Glaubenshand darauf legt und alles in Besitz nimmt, z. B. Weissagung und alle andern Kräfte und Gaben des Geistes, vor allem die heilige Liebe, wo jeder an dem andern hinaufsieht, sich selbst aber als den Geringsten betrachtet. Wie wartet Er und seht Sich danach, dass wir dies alles in Besitz nehmen!
 
Johannes Seitz, Gottes Ziel - Mit der einzelnen Seele und der ganzen Gemeinde, und was die Erreichung dieses Zieles hindert und fördert. Referat gehalten auf der Posener Gemeinschaftskonferenz im Juni 1908.
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Forwarded from Info Krimtataren 🇩🇪
Ein Mullah findet zu Jesus

Gebetserhörung: Eine lebensverändernde Entscheidung
Ich habe in den letzten Posts schon einiges von Damir erzählt. Vor etwa einer Woche hat er eine Entscheidung für Jesus getroffen! Ein riesiges Danke an alle, die für Damir gebetet haben!

Eine überraschende Nachricht
Ich selbst war am besagten Tag nicht in der Jugendstunde, da ich bei einem Gemeindebesuch in einer anderen Stadt war. Am späten Abend bekam ich eine Nachricht von Aziz: „Damir hat sich bekehrt.“ Kurz und bündig, ohne jegliche weitere Erklärung. Ich war perplex. War das wirklich wahr? Wie war das passiert? War die Bekehrung echt? Tausend Fragen kreisten in meinem Kopf. Aber ich wollte es einfach im Glauben annehmen.

Praktische Liebe, die Spuren hinterlässt
In der Woche zuvor hatten Bruder Nikolai, Konstantin und Izet der Familie von Damir ganz praktisch geholfen. In der Familie herrscht große Not und ihr Haus befindet sich in einem miserablen Zustand. Die Brüder fackelten nicht lange und führten kurzerhand einige dringend notwendige Reparaturen an der Zimmerdecke durch.
Für Damir war genau diese Tat der ausschlaggebende Aspekt: Er durfte dadurch ganz persönlich und sichtbar erleben, wie Christen helfen – völlig ohne große Versprechungen. Viele seiner muslimischen Bekannten hatten ihm immer wieder Hilfe zugesagt, doch es war stets nur bei leeren Worten geblieben. Er war zutiefst überwältigt zu sehen, dass wir Christen keine großen Reden schwingen, sondern sofort handeln.

Wie es zur Entscheidung kam
Später hat Aziz, der erst an jenem Morgen aus der Missionsschule zurückgekehrt war, mir die ganze Geschichte erzählt:
Mit diesen Eindrücken im Herzen war Damir an dem besagten Abend wie gewöhnlich zur Jugendstunde gekommen. Schon vor Beginn hatte er sich gefragt, wie man überhaupt Christ wird. Durch die erlebte Hilfe und die Gespräche der letzten Wochen hatte er viel nachgedacht. Nach dem offiziellen Teil unterhielt er sich mit Aziz und stellte ihm viele gezielte Fragen bezüglich des christlichen Glaubens.
Aziz erzählte ihm daraufhin, wie er selbst zum Glauben an Jesus Christus gekommen ist – wie er Antworten im Islam gesucht, aber erst in Jesus echten Frieden gefunden hat. Dann fragte Aziz ganz geradeheraus: „Damir, willst du dich bekehren? Willst du ein Nachfolger Jesu werden?“ Die Antwort war kurz und klar: „Ja.“

Freude und Freiheit
Also haben die beiden zusammen gebetet. Damir hat unter Tränen darum gebetet, dass Gott ihm ein neues Herz schenkt und dass er nun Jesus nachfolgen möchte. Nach dem Gebet zogen sofort Freude und Freiheit in Damirs Herz ein! Halleluja! Gott ist so groß!
Gestern Abend kam er freudestrahlend zur Jugendstunde und hat mir persönlich von seiner Entscheidung erzählt, dass er nun ein Nachfolger Jesu ist. Er war so voller Freude, dass er es unbedingt allen anderen erzählen wollte – was er dann während der Jugendstunde auch tat.

Ein Blick nach vorn: Unser Gebetsanliegen
Nun liegen keine leichten Tage vor Damir. Er braucht viel Weisheit und Führung, sodass nichts überstürzt, aber auch nichts hinausgezögert wird (Er arbeitet als Mullah in der Moschee). Bitte betet weiterhin für unseren jungen Bruder im Herrn!
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Was vor dem Ende geschehen muss (Matthäus 24,3-14)

Alfred Roth

Der Heiland ist ein großer Meister im Schildern von inneren und äußeren Verhältnissen. In wenigen und knappen Zügen gibt Er uns ein vollständiges, abgerundetes, klares Bild von den Zuständen in der Natur und Menschenwelt und in Seiner Gemeinde.

D i e N a t u r u n d M e n s c h e n w e l t

Sie gleicht einem wildbewegten Meer, sie ist durchzittert von rasenden Fieberstößen. Je näher es dem Ende geht, desto mehr nimmt Bewegung, Unruhe, Hast und Durcheinander überhand. Das hervorstechendste Symptom dieser Zeit liegt für den Heiland in der geistigen Atmosphäre. Er kennzeichnet sie als eine Periode der Hochströmungen aller Art, der Fülle religiöser Neuerscheinungen. Gestalten tauchen auf, die bestrickende Botschaften verkündigen. Alles ist erfüllt und umgeben von einem Lügennebel.

Es ist eine Zeit Fälschungen, der Pseudochristi (V. 5), der falschen Messiasse. Es wird also ein völliger Abfall von dem im Fleisch erschienenen, historischen, lebendigen, zur Rechten Gottes erhöhten Christus stattfinden. Man wird sich nach dem bezeichnenden Wort Goethes ein Christentum zu seinem Hausgebrauch bilden und zurechtmachen. Wenn die Person Christi verfälscht wird, ist der Abfall in der Nähe. – Hier haben wir eins der sichersten Zeichen des hereinbrechenden Antichristentums und des nahenden Endes. In den achtzehn Jahrhunderten der Geschichte des Christentums, auch in den sogenannten finsteren Tagen des Mittelalters, hat man nicht gewagt, die Person Christi zu verfälschen. Erst unserer Zeit war es vorbehalten, die Geister mit einem Phantasiechristus, wie er zum Menschen paßt, zu benebeln.

Es ist ein eigentümliches Zeichen der Zeit, dass das Übersinnliche, das in der Philosophie das „Metaphysische“ genannt wird, heutzutage im Vordergrund der Bewegungen der Gemüter steht. Man fragt mit brennender Begier nach dem „Woher“ und „Wozu“ der Dinge. Der im Jahre 1926 verstorbene Philosoph Rudolf Eucken gibt dem Ausdruck in folgenden Sätzen: „Immer stärker empfinden wir die Notwendigkeit einer neuen Synthese (Einheit) des Lebens, die Notwendigkeit einer zusammenfassenden und befestigenden Gedankenwelt. Eine solche kann aber unmöglich aus der Zerstreuung des unmittelbaren Daseins hervorgehen, sie fordert eine Umkehrung dessen: sie verlangt eine Wendung zur Metaphysik. Die Wahrheit des Hegelschen Wortes, dass ein gebildetes Volk ohne Metaphysik einem sonst mannigfaltig ausgeschmückten Tempel ohne Allerheiligstes gleiche, lässt sich immer weniger leugnen. Wir beginnen, der bloßen Gelehrsamkeit ebenso satt zu werden wie der Verflachung und Verneinung; denn wir sehen unser geistiges Selbst und mit ihm die Möglichkeit aller und jeder Wahrheit bedroht.“

Der moderne Mensch ist eben doch, ob er es eingestehen will oder nicht, ein Entwurzelter. Er meint, er hätte sich selbst verloren und müsse sich suchen und wiederfinden. Im Grunde aber ist das sein Elend, dass er nach Gott hungert und dürstet, den Er nicht hat und auch nicht haben will, wenigstens nicht so haben will, wie Er ist (1Jo 1,6). Er spürt es tief und qualvoll, dass sein krankes Leben nach einer Arznei verlangt, die nur der von Gott herniedergesandte Sohn, die nur das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, ihm geben kann. Er hängt doch in seiner ganzen Existenz und in seinem Unterbewusstsein an dem großen Gottesgeschehen, das in den Heilstaten des Evangeliums verkörpert ist.

Alfred Roth, Von den kommenden Dingen, 1927.
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Das Mikroskop und die Seele

Ein Professor sagte einst spöttisch: "Ich habe schon viele Leichname von Menschen aufgeschnitten und durchsucht, aber ich habe noch nie eine Seele gefunden".

Der arme Mann rechnete nur mit den Dingen, die er mit dem Messer aufschneiden und mit dem Mikroskop untersuchen konnte. Die unsichtbaren Dinge, die er selbst in sich trug: sein Gewissen, seine Erinnerung längst vergangener Sünden, seine Freude über das Lob der Menschen, sein Wünschen und Hoffen auf Gesundheit und langes Leben - das alles beachtete er nicht.

Und doch hatte er an sich selbst wohl erfahren, dass die unsichtbaren Gedanken und Begierden, die Bilder seiner Fantasie, solche mächtige Wirklichkeiten, solche treibende Kräfte waren, dass sie ihn auf die Wege der Sünde getrieben hatten.

Hat man schon einmal in einem Menschen die Liebe gefunden, wenn man ihn aufschnitt oder den Hass oder die Rache? Und doch sind dies lauter wirkliche Mächte und Kräfte, im Menschen wohnend und wirkend, die sein Leben beherrschen.

Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich (vergänglich); aber was unsichtbar ist, das ist ewig.
2. Korinther 4,18
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